Die Schutzpolizei, wegen der Farbe ihrer Uniform auch als "grüne Polizei" bezeichnet, war traditionell zuständig für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Als Teil der Ordnungspolizei (OrPo) unterstand sie dem Kommando des Hauptamtes Ordnungspolizei unter Kurt Daluege. Während der Nazizeit durchlief die Schutzpolizei eine tiefgreifende Reorganisation, die sich durch eine starke Militarisierung und eine zunehmende Verschmelzung mit der SS auszeichnete. Grosse Reserveeinheiten wurden aufgestellt, zwischen 1938 und 1940 verdreifachte sich der Personalbestand. Im Zusammenhang mit dem Anschluss Österreichs und der Besetzung Tschechiens, vor allem aber mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden Schutzpolizisten auch für militärische Aufgaben eingesetzt. Reserveeinheiten wurden an die Wehrmacht abgegeben und übernahmen "Sicherungsaufgaben" hinter der Front. Als Teil der sogenannten "Einsatzgruppen" waren Schutzpolizisten an Mordaktionen beteiligt, denen hunderttausende Zivilisten in den besetzten Gebieten, vor allem Juden, zum Opfer fielen. Darüber hinaus bewachten Mitglieder der Schutzpolizei die Züge, mit denen Juden aus ganz Europa in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager transportiert wurden.

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