Das Referat für "Judenangelegenheiten und Räumungsangelegenheiten" im Reichssicherheitshauptamt firmierte unter dem Kürzel IVB4 und wurde von Adolf Eichmann geleitet. Zwischen 1941 und 1945 waren die Mitarbeiter des Referates für die Deportation von Juden aus West-, Mittel- und Südeuropa in osteuropäische Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verantwortlich. Hauptaufgabenbereiche waren das Zusammentragen von Daten zu den jüdischen Gemeinden und ihrer Mitglieder, die Konzentrierung der Juden in Sammellagern vor dem Transport sowie die Koordinierung mit der Reichsbahn im Hinblick auf die Transportkapazitäten für die Deportationen. In einigen der besetzten europäischen Länder beschäftigte das Eichmann-Referat einheimische Experten, die gemäss den deutschen Vorgaben gegen die einheimische, jüdische Bevölkerung vorgingen. Als Deutschland im März 1944 Ungarn besetzte, kam Eichmann mit einer Gruppe von Mitarbeitern seines Referates nach Budapest, um die Deportation von 400.000 ungarischen Juden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durchzusetzen und zu überwachen. Insgesamt wurden auf Veranlassung des Referats IVB4 rund eine Million Juden aus ihren Heimatländern deportiert.

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