Bis 1929, als die Polizeidirektion Würzburg gegründet wurde, war die Polizei kommunal organisiert. Abteilung 9, zuständig für politische Verbrechen, wurde später in das Würzburger Gestapobüro umgewandelt. Am 1. April 1933 wurde Heinrich Himmler zum Politischen Polizeikommandeur in Bayern ernannt. Er überwachte alle lokalen Zweigstellen der Polizei und gestaltete die Bayerische Polizei nach 1933 um. Ab dann war die Stelle in Würzburg der Bayerischen Politischen Polizei in München unterstellt. Himmler schaffte es, die gesamte deutsche Polizei unter seine Kontrolle zu bringen. In der Mitte der 1930er Jahre wurden alle Polizeistellen - basierend auf dem Modell der Preußischen Geheimen Staatspolizei, welche seit 1933 vom Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring geleitet wurde - vereinigt. Die Polizei wurde in die Ordnungspolizei (Orpo) und in die Sicherheitspolizei (Sipo) unterteilt. Teile der letzteren waren die Kriminalpolizei (Kripo) und die Politische Polizei (Gestapo). Im Juli 1937 wurde die Bayerische Politische Polizei München in „Staatspolizeileitstelle München“ umbenannt. Alle ehemaligen Politischen Abteilungen der Polizeidirektionen waren nun Staatspolizeistellen. Dies traf auch auf die Polizeistellen Nürnberg und Würzburg zu, welche seit 1937 für Mainfranken zuständig waren. Alle lokalen Polizeistellen waren der Würzburger Gestapostelle untergeordnet, und diese wiederum der Gestapo in Berlin. 1941 gab es einige Änderungen. Das Würzburger Gestapoamt wurde zu einer Zweigstelle des Büros in Nürnberg-Fürth umgewandelt und in „Geheime Staatspolizei Staatspolizeidienststelle Nürnberg-Fürth Aussendienststelle Würzburg“ umbenannt. Die Außenstellen in Aschaffenburg und Schweinfurt wurden geschlossen, die Außenstelle in Bamberg war jedoch weiter besetzt. Von September 1941 bis Dezember 1942 wurde das Würzburger Gestapobüro von Ernst Gramowski, geb. am 2. April 1903 in Dirchau, geleitet. Er hatte in Greifswald Jura studiert, seine Ausbildung bei der Kriminalpolizei absolviert und als Polizist in Stettin und Bielefeld gearbeitet. 1938 wurde er Mitglied der Gestapo. Gramowski war Mitglied einer Einsatzgruppe in Polen und aufgrund seines extrem brutalen und sadistischen Verhaltens gegenüber Juden und Nichtjuden wurde er aus disziplinären Gründen nach Würzburg versetzt. Sein Nachfolger war Helmut Heisig, welcher die Leitung der Würzburger Gestapo bis Ende 1943 innehatte. Abteilung II, die „Innerpolitische Polizei“ bestand aus zwei Unterabteilungen. II.A wurde von Kriminalobersekretär Georg Vogel (geb. am 27. September 1895) geleitet. Zusammen mit den Beamten Krauß, Göß, Laub, Stolz, Schilling, Bauer und Baumann war er für Heimtücke, Ausländer, die Kartei und Ablage zuständig. II.B wurde von Michael Völkl (geb. am 13. Juli 1892), dem Stellvertretenden Leiter der Gestapostelle geleitet. Zusammen mit den Beamten Keil, Immel, Krapp, Gundelach and Seelmann war er für Kirchen, Juden, Auswanderung und Presseüberwachung zuständig. Er organisierte die Deportation der Juden und arbeitete mit dem Würzburger Bürgermeister, dem Arbeitsamt und der vorgesetzten Stelle in Nürnberg zusammen, von wo er seine Anordnungen hinsichtlich der Deportationen bezog. Er war im Sammellager und am Bahnhof anwesend, im Gegensatz zu Gramowski, dessen Rolle in den Deportationen geringer war. Völkl wies Karl Bezold, Leiter der Stelle in Bamberg, an, die Befehle an Kriminalsekretär Hans Luft in Forchheim weiterzugeben, um jeden Juden in die Deportation einzubeziehen. Weiters gab Völkl Deportationsrichtlinien an den Leiter der lokalen Polizeistellen in Bayreuth, Kriminalkommissar Fritz Meyer und an den Leiter der Coburger Stelle, Kriminalobersekretär Karl Hocker, weiter. Völkl war seit 1919 ein Mitglied der Würzburger Polizei gewesen und war für deine Brutalität und Grausamkeit bekannt. 1945 beging er mit seiner Familie Selbstmord.

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