Ab November 1942 wurden Hunderte Juden aus Dresden und anderen Orten in Sachsen in das Hellerberg-Lager gebracht, das in der Dr.-Todt-Straße (heute: Radeburger Straße) errichtet worden war. Das Lager wurde zur Unterbringung von jüdischen Zwangsarbeitern und anschließend als Sammellager genutzt. Sobald das Lager eröffnet worden war, wurde Dresden als “judenfrei” erklärt, da sich der Vorort Heller, bekannt unter Hellerberg, nur knapp außerhalb der Stadtgrenze befand.

Koordiniert wurde die Errichtung des "Judenlagers Hellerberg" zwischen dem Vorstandsmitglied von Zeiss-Ikon, Dr. Johannes Hasdenteufel, dem Leiter des Judenreferats der Gestapo Dresden, Henry Schmidt, sowie dem lokalen NSDAP-Angehörigen Köhler.

Das Lager bestand aus sieben Barracken mit kaum vorhandener Infrastruktur. Die lokale Gestapo ernannte eine Jüdische Selbstverwaltung für das Lager, das von Dresdens Wach- und Schließgesellschaft gesichert wurde.

Zwischen dem 23. November 1942 und 27. Februar 1943 wurden die letzten, noch in Dresden verbliebenen Juden im Lager interniert. Das waren vor allem Juden, die bei den Goehle-Werken von Zeiss-Ikon arbeiteten, die sich ungefähr 20 Minuten Fußweg entfernt vom Lager befanden.

Ein seltener Propagandafilm der Nazis über die Ankunft der Juden im Lager ist überliefert.

Die Gestapo war befugt, alle Juden bis zu ihrer Deportation aus Dresden im Hellerberg-Lager festzuhalten, nicht nur die Zwangsarbeiter. Die im Lager Inhaftierten lebten unter der ständigen Angst, nach Osteuropa deportiert zu werden. In den frühen Morgenstunden des 27. Februar 1943 wurde das Lager zum Polizeihaftlager erklärt und abgezäunt. Am Abend des 2. März mussten fast alle Juden aus dem Lager zum Güterbahnhof Dresden-Neustadt marschieren und wurden nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

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