Vugesta: Gestapo-Verwaltungsstelle für jüdisches Umzugsgut Vugesta: Die Vugesta war eine Gestapo-Verwaltungsstelle, die Besitz von Juden verkaufte, die aus Österreich auswanderten oder ausgewiesen wurden. Obgleich ihr Name zur Annahme verleitet, dass es sich um ein Gestapobüro handelte, war diese Einrichtung im Grund das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Vertretern österreichischer Speditionen, Lagereien und der Gestapo. Im August 1940 entzog das RSHA (Reichssicherheitshauptamt) Juden, die aus Österreich emigriert waren, die Staatsangehörigkeit. Weiterhin wurde beschlossen, den Besitz, den jüdische Auswanderer in Lagern in Österreich zurückgelassen hatten, in öffentlichen Auktionen zu verkaufen. Infolge dieser Verordnung, wandte sich Karl Ebner, Leiter des "Judenreferats" Wien, an Karl Herber, Leiter der Reichsgruppe Spedition und Lagerei Ostmark, um die Anordnung zu realisieren. Herber verlangte, dass Speditionen und Lagereien für die Lagerung von jüdischem Besitz in österreichischen Lagerhallen, der nun zum Verkauf stand, bezahlt werden. Er drängte Karl Ebner und Vertreter der Wirtschaft in Berlin und kam schließlich zu einer Übereinkunft. Auf Weisung der Gestapo sollte Herber den jüdischen Besitz, der in österreichischen Lagerhallen verblieben war, mit Ausstellung von Quittungen verkaufen. Am 7. September 1940 wurde die Vugesta mit Herber an der Spitze gegründet. Im Büro der Firma arbeiteten 12 Angestellte. Die Agentur arbeitete auf Provisionsbasis. Der in Österreich verbliebene jüdische Besitz wurde in verschiedenen österreichischen Auktionshäusern versteigert. An den Auktionen durften nur Bedürftige, Kriegsinvaliden und Obdachlose aufgrund von Luftangriffen teilnehmen. Der Verkauf von jüdischem Besitz endete Mitte 1942. Im Zuge der Massendeportationen Wiener Juden begann die Agentur, die Wohnungen und Möbel jüdischer Emigraten zu verkaufen. Die Vugesta beschäftigte mehrere Gutachter, deren Aufgabe darin bestand, den Wert der jüdischen Besitztümer zu schätzen. Die Gewinne der Verwaltungsstelle werden auf 15 Millionen Reichsmark geschätzt.

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