Ernst Gramowski (geb. 2. April 1903 in Dirchau - ?) leitete von September 1941 bis Dezember 1942 die Gestapo Wuerzburg. Gramowski studierte Rechtswissenschaft an der Universität Greifswald, schloss seine Ausbildung bei Kriminalpolizei ab und arbeitete als Polizist in Stettin und Bielefeld. Seit 1938 war Gramowski Mitglied der Gestapo. Er war auch Mitglied einer Einsatzgruppe im besetzten Polen und für seine extreme Brutalität und sein sadistisches Verhalten gegenüber Juden und Nicht-Juden bekannt. Nach einem Disziplinarverfahren wurde er nach Würzburg versetzt.

Als Leiter der Gestapo Würzburg hatte Gramowski die Aufsicht über fünf von sechs Deportationen der lokalen Jüdischen Bürger in Ghettos und Vernichtungslager. Nach dem Krieg stellten die US-Streitkräfte ein Propagandaalbum der Gestapo mit Fotos von den Deportationen sicher. Die Fotos vom dritten Transport aus Würzburg (am 27. April 1942 nach Krasnystaw in Nähe von Lublin, Polen) sind mit zynischen Kommentaren versehen, die eine Schreibkraft, ihrer Zeugenaussage zufolge, im Auftrag Gramowskis verfasst hat. Im Jahr 1942 wurde Gramowski zum Reichssicherheitshauptamt in Berlin berufen. Nach dem Krieg tauchte er unter und alle Anklagen gegen ihn, auch wegen Mord, wurden eingestellt. Bis heute ist über seinen Verbleib nichts bekannt.

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