Christian-Heinrich Wösch (geb. 19. Mai 1893, Nürnberg - ?) hatte eine kaufmännische Ausbildung absolviert, bevor er 1934 der Polizei beitrat. 1940 war Wösch bei der Gestapo Stettin tätig (Spionageabwehr), bis er am 1. September 1940 zur Gestapo Nürnberg wechselte, wo er bis Mai 1942 eine leitende Position im "Judenreferat" innehatte. Wösch war in die Vorbereitungen der ersten drei Massendeportationen aus Nürnberg zu Ghettos und Vernichtungslagern "im Osten" beteiligt (29. November 1941 nach Riga, 24. März 1942 nach Izbica, 25. April 1942 nach Krasnystaw). Seine Haupttätigkeit lag auf dem Zusammenstellen von Deportationslisten und der Verteilung von Informationsblättern und Vermögenserklärungen an die zur Deportation vorgesehenen Juden. Im Sammellager Langwasser (Nürnberg), das für die ersten beiden Transporte von Fränkischen Juden benutzt wurde, war Wösch für die Organisation vor Ort sowie die Verwahrung des den Deportierten von der Gestapo geraubten Eigentums zuständig. Während der dritten Deportation war Wösch sowohl in Würzburg als auch in Bamberg, als die Nürnberger Juden in den Deportationszug einsteigen mussten. Am 7. Dezember 1950 sprach das Landgericht Nürnberg-Fürth Wösch von allen gegen ihn erhobenen Anklagepunkten frei.

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