Adolf Otto Eichmann, geboren 1906, war ein österreichischer Nazi, der nach Deutschland ging und sich dort freiwillig dem Sicherheitsdienst (SD) anschloss. Danach wurde er Referat II/112 zugeteilt. Die Aufgabe dieses Referats bestand darin, Informationen über Juden und jüdische Organisationen in Deutschland und der Welt zu sammeln. Im Zuge des deutschen Einmarsches in Österreich im März 1938 wurde Eichmann nach Wien entsandt. Dort baute er die Zentralstelle für jüdische Auswanderung auf, die seiner Leitung unterstand. Diese Institution verkürzte bürokratische Verfahren bei der erzwungenen Auswanderung von Juden (sowie die Beschlagnahmung eines Großteils des jüdischen Besitzes) und forcierte die Vertreibung österreichischer Juden.

Sein Erfolg in Wien führte dazu, dass er auch für die erzwungene Emigration von Juden aus Tschechien und Deutschland beauftragt wurde. Eichmann wirkte auch an der Vertreibung anderer Bevölkerungsgruppen mit – Polen und Juden aus dem Wartheland, die seit Kriegsbeginn von der SS durchgeführt worden war. Ab Mitte 1941 waren Juden wieder fast der alleinige Fokus seiner Aktivitäten. Als Leiter des Judenressorts IV B 4 im SD-Hauptquartier steuerten Eichmann und sein Personal die komplexe Logistik, Juden aus Zentral-, West- und Südeuropa nach Osten in ihren Tod zu deportieren. Die Anzahl der Juden, die unmittelbar aufgrund der Arbeit seines Referats deportiert wurden, wird auf ca. eine Million geschätzt. 1944 gingen Eichmann und einige seiner Offiziere nach Budapest, wo sie sich verschärft auf die Deportation der ungarischen Juden konzentrierten.

Im Mai 1960 wurde Eichmann in Argentinien von Mossad-Agenten gefasst und nach Israel gebracht. Im Frühling 1961 wurde ihm in Jerusalem der Prozess gemacht. Er wurde zum Tode verurteilt und 1962 hingerichtet.

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