Franz Novak wurde am 10. Januar 1913 in Wolfsberg, Österreich geboren und starb 1983 ebenfalls in Wolfsberg. Als einer von "Eichmanns Männern" koordinierte er die Transporte europäischer Juden in die Todeslager in Osteuropa.

Novak wurde 1929 Mitglied der Hitlerjugend. Wenig später, noch immer sehr jung, schloss er sich der SA an. 1934 nahm er am Juli-Putsch der Österreichischen Nationalsozialisten teil. Nachdem dieser fehlgeschlagen war, musste er ins Deutsche Reich fliehen, wo er Mitglied der Österreichisches Legion wurde. Nach dem Anschluss im Frühling 1938 reiste Novak nach Wien, wo er sich der SS anschloss. Im Herbst wurde er in die Zentralstelle für jüdische Auswanderung beordert, wo er einer von Eichmanns engsten Untergebenen wurde und für die Bearbeitung der Ausreiseanträge Wiener Juden verantwortlich war. Im März 1939 half Novak Eichmann beim Aufbau der Zentralsstelle für jüdische Auswanderung in Prag. Im Oktober desselben Jahres folgte er ihm nach Berlin, um in der Abteilung IV, der Gestapo, des RSHA (Reichssicherheitshauptamt) zu arbeiten. Von seinem Büro in der Kurfürstenstrasse regelte Novak in enger Zusammenarbeit mit Angestellten der Reichsbahn den Einsatz von Zügen und Waggons, plante Fahrpläne und gab Verordnungen für Angehörige der SS und Polizei heraus, um die Massendeportationen der europäischen Juden durchzuführen.

Im März 1944 wurde Novak nach Ungarn geschickt, um die Registrierung, Konzentration und Deportation aller ungarischen Juden nach Auschwitz zu regeln – eine Aufgabe, die er in enger Zusammenarbeit mit ungarischen Faschisten durchführte. 1945 tauchte Novak unter falschem Namen in Österreich unter. Infolge von Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Eichmannprozess wurde er identifiziert und 1961 festgenommen. Novak stand viermal vor einem österreichischen Gericht – 1961, 1964, 1966 und 1972. Nach dreimaligem Freispruch wurde er 1972 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Diese Zeit saß er jedoch nicht ab, da er bereits von 1961 bis 1966 in Haft gewesen war.

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