Walter Dobberke [* 15. August 1906 in Sonnenburg, heute Slonsk, Polen - † Juli 1945 in sowjetischem Kriegsgefangenenlager, Poznan], war Kriminalobersekretär und Angestellter im Judenreferat der Berliner Staatspolizeileitstelle, das die Deportation der Berliner Juden durchführte. Er war ständig im Sammellager Grosse Hamburger Strasse anwesend.
Dobberke war ausgebildeter Elektriker, trat in die Polizei ein und war zwölf Jahre lang Mitglied der Schutzpolizei. 1938 begann er in der Berliner Staatspolizeileitstelle zu arbeiten. Im Herbst 1941 wurde er ins Judenreferat versetzt und war bis Kriegsende dort eingesetzt. Nach der Ankunft der Opfer im Sammellager führte er zusammen mit einem anderen, auch ständig im Sammellager stationiertem Polizisten die Untersuchung auf Wertsachen und den Deportierten verbotene Gegenstände durch, welche anschliessend beschlagnahmt wurden. Die Transportlisten wurden überprüft und beim Fehlen einzelner Leute wurde eine Fahnung eingeleitet. Dobberke war während seiner Dienstzeit an der Zusammenstellung der Transporte in den „Osten”, d. h. in Vernichtungslager beteiligt. Es gibt Hinweise, dass er zumindest einen Transport von Berlin nach Theresienstadt begleitet hat. Im Jahr 1945 starb er in einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager an Diphterie.

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