Dr. Kurt Venter, SS-Sturmbannführer und Regierungsrat [* 18 Oktober 1911 in Koblenz - † Todesort und –datum unbekannt] war der Stellvertreter von Otto Bovensiepen während seiner Zeit als Leiter der Staatspolizeileitstelle Berlin, die u.a. für die Deportation der Berliner Juden verantwortlich war.
Er hat an den Universitäten Bonn und Marburg Rechtswissenschaften studiert und bekam sein Doktorat im Jahr 1934. Im November 1938 trat er der Gestapo Koblenz bei. Von Ende August 1939 bis April 1940 arbeitete er als Regierungsassessor an der Staatspolizeistelle Tilsit bis er nach Düsseldorf versetzt wurde, wo er als stellvertretender Leiter der Staatspolizeistelle bis Dezember 1941 tätig war. Während dieser Zeit, im April 1941, wurde er zum Regierungsrat befördert und wurde gleichzeitig Mitglied des SD (Sicherheitsdienst). Mit Erlass vom 6. Dezember 1941 wurde er von Düsseldorf nach Berlin versetzt, wo er wiederum die Position eines stellvertretenden Behördenleiters innehatte, diesmal bis zum November 1943. Sein Büro befand sich im Polizeipräsidium am Berliner Alexanderplatz. Die RSHA-Erlasse gingen an Bovensiepen und ihn, er gab sie dann an die zuständigen Abteilungsleiter weiter. Er war auch verantwortlich für Personal- und Wirtschaftsangelegenheiten. Seine Aufgaben umfassten die Weiterleitung von RSHA-Befehlen, welche an ihn und Bovensiepen gingen, und organisierte das zusätzliche Personal des Judenreferates, wenn Deportationen durchgeführt wurden. Fast täglich besprach er Deportationsangelegenheiten mit Bovensiepen, mit welchem er einen gemeinsamen Vorraum teilte.
Nach Bovensiepens Ausscheiden am 2. November 1942 leitete Venter die Gestapoleitstelle alleine, bis ihm das RSHA Ende November 1942 Regierungs- und Kriminalrat Wilhelm Bock als kommissarischer Leiter kam, und im Juni 1943 endgültig die Leitung übernommen hatte. Venter blieb bis November 1943 stellvertretender Leiter. Anschließend wurde er nach Paris versetzt, wo er wieder stellvertretender Leiter wurde, diesmal zum Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD – KdS. Von August 1944 befand er sich nach der Befreiung von Paris mit den deutschen Truppen auf dem Rückzug. Kurz vor Kriegsende leitete er noch die Staatspolizeistelle Köln, und tauchte dann mit dem Namen Karl Veith unter. Im Dezember 1953 stellte er sich der Kriminalpolizei Düsseldorf und lebte seit 1954 als Kaufmann in Neuwied. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

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