Max Bernhard Grautstück, [* 28 August 1903 in Wattenscheid - † unbekannt], Kriminalobersekretär. Vom November 1942 bis Ende September 1943 arbeitete er im Judenreferat in der Staatspolizeileitstelle Berlin, das u.a. für die Deportation der Berliner Juden verantwortlich war.
In seinem Büro im Gestapo-Gebäude in der Burgstrasse bearbeitete er Verfahren gegen „Arier“, welche beschuldigt wurden, Juden unterstützt oder aufgenommen zu haben. Von seinem Vorgesetzen Walter Stock wurde er zu Vernehmungen eingeteilt, welche er auch in seinem Büro durchführte. Grautstück nahm auch an Fahndungen und Verhaftungen von Juden teil. Er erhielt die Abholzettel mit fünf bis zehn Namen von Familien und benutzte einen Lastwagen oder Möbelwagen, um sie von ihren Wohnungen ins Sammellager zu bringen. Dort wurden die Opfer auf Wertgegenstände untersucht, wobei Grautstück auch mitwirkte. Mindestens viermal nahm er an der Zusammenstellung eines Transportes „in den Osten“, d. h. in Vernichtungslager teil. 1944 wurde er zum SS-Untersturmführer befördert und vom SD (Sicherheitsdienst) übernommen. Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt.

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