Fritz Hartmann, geb. am 7. Juni 1906, gest. unbekannt

SS-Obergierungsrat und SS-Obersturmbannführer Fritz Hartmann war Leiter der Gestapo Trier und des Einsatzkommandos der Sipo und des SD in Luxemburg vom 7. März 1941 bis 7. April 1943.

Er trat der NSDAP am 1. Mai 1933 bei und beendigte sein Jurastudium im August desselben Jahres. Zwei Jahre später, im Juli 1935 trat er der SS bei und verpflichtete sich bei der Gestapo. Am 1. Februar 1936 wurde er zum stellvertretenden Direktor der Abteilung II (Reichsfeinde) der SD-Zentrale in Berlin ernannt.

Am 15. Oktober 1937 wurde Hartmann Befehlshaber des SD in Berlin und am 15, Januar 1940 kam er nach Koblenz als Leiter der dortigen Gestapo. Etwa ein Jahr später, am 8. März 1941 rückte er als Nachfolger von Wilhelm Nölle zum Leiter der Gestapo Trier und des Einsatzkommandos Luxemburg auf. Das bedeutete, dass er gleichzeitig Leiter der Kripo und des SD war. Nölle war seines Amtes enthoben worden, nachdem er die judenfeindliche Politik des Gauleiters Gustav Simon, der auch der Zivilverwaltung Luxemburgs (CdZ) vorstand, kritisiert hatte. Am 12. September 1941 wurde Hartmann zum Oberregierungsrat befördert und am 30. Januar 1942 zum SS-Obersturmbannführer. Ab Mitte 1941, nachdem er Vollmer zu seinem Stellvertreter in Trier ernannt hatte, konnte er sich voll und ganz seiner Tätigkeit in Luxemburg widmen. In dieser Funktion setzte er die Aufgabe der sogenannten Endlösung für Luxemburg um, plante und organisierte er zusammen mit anderen Nazi-Funktionären die Deportation von Juden in Ghettos und Vernichtungslager und überwachte er deren praktische Durchführung.

Nachdem er jedoch für die Verhaftung von vier Mitarbeitern aus dem Stabe Hermann Görings verantwortlich zeichnete, wurde er seines Amtes im April 1943 enthoben und am 31. Mai desselben Jahres ins RSHA nach Berlin versetzt. Am 12. August 1943 wurde er auf eigenen Wunsch zur Artillerie nach Prag eingezogen. Nach einer Grundausbildung wurde er zur SS-Führerschule nach Arolsen versetzt, wo er von Mai bis Oktober 1944 blieb. Während dieser Zeit beendete er seinen Offizierskurs für die Waffen-SS. Nach seiner Versetzung an die Ostfront zur Panzerdivision Viking wurde er im April 1945 verwundet.

Nach dem Krieg, weiterhin unter seinem alten Namen tätig, fälschte er jedoch Teile seiner Vergangenheit. Am 13 Juni 1946 wurde er von der CIC verhaftet und in das Gefangenenlager nach Moosburg verbracht. Am 3. August 1946 wurde er den luxemburgischen Justizbehörden übergeben. Eine dortige Strafkammer verurteilte ihn am 27. Februar 1951 wegen seiner Kriegsverbrechen zum Tode. Am 20. Dezember des gleichen Jahres wurde die Todesstrafe jedoch in eine lebenslängliche Freiheitsstrafe mit Zwangsarbeit umgewandelt. Sechs Jahre später, am 15. Juni 1957 wurde seine Strafe ein weiteres Mal, auf 15 Jahre reduziert und am 19. Dezember 1957 wurde er schließlich, nach nur elf Jahren Haft entlassen. Hartmann wurde in die BRD abgeschoben, wo er zunächst in Wasserbillig und in Trier wohnte bis er sich in Düsseldorf niederließ. Weitere Einzelheiten sowie wann und wo er verstarb sind nicht bekannt.

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